Zimbabwe:
Keine Polystyrolverpackungen mehr für Take Away

Weil die Umweltverschmutzung durch Verpackungsmüll in Zimbabwe nicht anders in den Griff zu bekommen ist, wurden dort nun Polystyrolverpackungen für Essen schlichtweg verboten. Das geht manchen zu weit und anderen nicht weit genug. (Quelle: DW)

Da die Abfallentsorgung schlecht funktioniert, sind Zimbabwes Straßen, Flüsse, Abflüsse und Seen verstopft von nicht-verrottbaren Polystyrolverpackungen. Um dieser Umweltzerstörung entgegenzutreten, hat die Umweltmanagementagentur von Zimbabwe im Juli 2017 angekündigt, diese Lebensmittelboxen zu verbieten.

Im selben Monat hatte die Universität Zimbabwe ihre Ergebnisse zu einer Untersuchung der Gefahren veröffentlicht, die von dem kurzfristig billigen, aber für die Umwelt teuren Material ausgehen. Das verwendete Polystyrol enthält 57 giftige Chemikalien, die bei der Verbrennung frei werden, die Luft verschmutzen und der Ozonschicht schaden. Es ist nicht biologisch abbaubar, zerfällt aber in kleinste Teilchen, die ins Wasser gelangen. Diese Chemikalien können außerdem ins Essen gelangen.

Die Umweltschutzorganisation Environment Africa, die sich für gesamtafrikanische Lösungen für Umweltprobleme einsetzt, begrüßte das Verbot. Es ermutige Betriebe, innovativ zu sein und sich umweltfreundliche Alternativen zu überlegen, wie Papier oder Karton. Aber diese Materialien halten das Essen nicht so lange warm wie Polystyrol, was auf Ablehnung bei der Kundschaft stoßen könnte. Aber seit 17. Oktober sollte diese keine Wahl mehr haben: Jene Importeure, Hersteller, Verkäufer und andere, die nach dem Inkrafttreten Essen in Polystyrolverpackungen ausgeben, müssen mit 25 bis 4.200 Euro Buße rechnen.

Die Geschäftsleute fürchten höhere Kosten. Die Umweltmanagementagentur empfiehlt ihnen, die Kundinnen und Kunden zum Hinsetzen zu ermutigen, um damit die Verpackungen ganz zu vermeiden.

Aber mit der Ankündigung alleine ist das Verbot noch nicht in trockenen Tüchern. Die Umweltmanagementagentur hatte ein ähnliches Verbot bereits 2012 eingeführt, aber nicht durchgesetzt, weil die Unternehmen damit überfordert gewesen wären, so hieß es. Also wurde ihnen mehr Zeit gelassen und 2017 sei es endlich so weit. Leider sind im Internet keine Nachrichten über die tatsächliche Umsetzung des Verbots vom Oktober 2017 verfügbar.

Zimbabwe ist nicht das erste afrikanische Land, dass radikale Schritte geht, um Abfälle zu reduzieren. Im August 2017 hat Kenia bereits Plastiksackerln unter Strafe verboten. Wer eines ausgibt oder bei sich trägt, kann sogar ins Gefängnis kommen.

Professor Christopher Magadza von der Universität Zimbabwe meint, sein Land solle sich ein Beispiel an anderen Ländern nehmen und das Polystyrolverbot auf weitere Bereiche ausweiten. Wer etwa in Ruanda am Flughafen ankommt, wird darum gebeten, die Verpackungen, die er mitgebracht hat, abzugeben und erhält dafür wiederverwendbare, zum Beispiel für Getränke aus dem Duty-Free-Shop. So habe das Land den Abfall besser unter Kontrolle.

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Originalartikel auf www.dw.com (Englisch)

VABÖ-Newsletter vom Oktober 2017: Kenia: Die weltweit strengsten Gesetze gegen Plastiksackerl